Der M. Alzheimer ist die häufigste Form der Demenz und betrifft weltweit Millionen Menschen. Erste Symptome sind meist Vergesslichkeit, später kommen Orientierungsstörungen, Sprachprobleme und der Verlust der Alltagsfähigkeiten hinzu. Mit Fortschreiten der Erkrankung geht nicht nur das Gedächtnis verloren, sondern auch die Selbstständigkeit. Bisherige Medikamente können lediglich Symptome lindern, den Krankheitsverlauf aber nicht aufhalten.
Eine neue Therapieform, die in der AMBAR-Studie untersucht wurde, könnte das ändern: der therapeutische Plasmaaustausch (Plasmaexchange, PE)
Warum Apherese bei Alzheimer?
Im Mittelpunkt der Alzheimer-Erkrankung stehen Eiweißablagerungen:
- Beta-Amyloid-Plaques (Aß) zwischen den Nervenzellen
- Tau-Fibrillen innerhalb der Nervenzellen
Diese Ablagerungen stören die Kommunikation im Gehirn und fördern Entzündungen. Ein Teil der Beta-Amyloid-Plaques befindet sich nicht nur im Gehirn, sondern auch im Blut. Wird es dort entfernt, kann das Beta-Amyloid aus dem Gehirn ins Blut wandern und wird ausgeschieden.
Hier setzt die Apherese an: Das Blutplasma der Patienten wird vollständig entfernt und zeitgleich durch eine Vollelektrolyt-/Albuminlösung ersetzt. Albumin ist ein körpereigenes Eiweiß, das Beta-Amyloid bindet und aus dem Körper entfernt. Zusätzlich wirkt es antioxidativ und schützt Zellen.
Ergebnisse der AMBAR-Studie
Die AMBAR-Studie war eine große internationale Phase-2b/3-Studie mit 347 Alzheimer-Patientinnen und -Patienten im leichten bis mittleren Krankheitsstadium. Über 14 Monate erhielten sie regelmäßig Plasmaaustausch-Behandlungen mit Albumin, teils kombiniert mit Immunglobulinen (Zuerst 6 Wochen lang einmal pro Woche, danach über 12 Monate hinweg einmal im Monat).
Das Ergebnis: Besonders Patientinnen und Patienten mit moderater Alzheimer-Demenz (MMSE 18–21 Punkte) profitierten deutlich.

Die nachfolgende Grafik zeigt die Ergebnisse im Überblick:
- 61 % weniger kognitiver Abbau im Vergleich zu Placebo
- 61% bessere Erhaltung der Alltagsfähigkeiten
Damit konnte die Therapie erstmals in einer kontrollierten Studie zeigen, dass sich der Krankheitsverlauf verlangsamen lässt – und nicht nur Symptome beeinflusst werden. Interessant ist noch der Hinweis, dass >40% der Patienten Träger des Apolipoproteins E (APOE Ɛ4) Gens waren, was mit einem vielfach erhöhten Risiko für M. Alzheimer einhergeht. ^
Bestätigung durch weitere Studien
Die Ergebnisse der AMBAR-Studie wurden inzwischen durch andere Forschungsarbeiten gestützt:
- Tiermodelle: In Alzheimer-Mäusen reduzierte der Plasmaaustausch die Menge an Amyloid-Plaques im Gehirn um bis zu 50 %. Gleichzeitig verbesserten sich Lern- und Gedächtnisleistungen.
- Real-World-Daten (Argentinien, 2022–2024): In einer unabhängigen Studie mit 32 Alzheimer-Patientinnen und -Patienten konnten die kognitiven Fähigkeiten im Mini-Mental-Status-Test (MMSE) um 45 % verlangsamt werden. Besonders Gedächtnisleistungen wie Kurz- und Langzeiterinnerung blieben stabil.
Sicherheit und Verträglichkeit
Ein zentraler Aspekt jeder Therapie ist die Sicherheit. Bei der Privatpraxis Dr. Simsek führen wir Apheresen mit höchster fachlicher Expertise (der Leiter ist Intensiv- und Notfallmediziner) und nach strengsten Sicherheitsstandards durch. Sowohl unsere eigenen Erfahrungen als auch internationale Daten aus universitären Zentren belegen, dass bei Apheren schwere Nebenwirkungen bei fachgerechter Anwendung äußerst selten vorkommen.
Fazit: Ein neuer Ansatz gegen Vergesslichkeit und Demenz
Die AMBAR-Studie und ihre Nachfolgearbeiten zeigen, dass der therapeutische Plasmaaustausch (Apherese) mit Albumin eine vielversprechende Behandlungsoption für Patientinnen und Patienten mit moderater Alzheimer-Demenz ist.
Die Therapie kann:
- den Gedächtnisverlust verlangsamen,
- die Alltagsfähigkeit länger erhalten,
- und zeigt ein günstiges Sicherheitsprofil.
Noch sind weitere große Studien nötig, bevor die Apherese zur Standardtherapie wird. Doch die bisherigen Ergebnisse eröffnen erstmals die Perspektive, den Krankheitsverlauf von M. Alzheimer wirklich beeinflussen zu können.
Demenz sollte jedoch stets multimodal und ganzheitlich behandelt werden. Wir haben hier einen kleinen Überblick über Ursachen von Demenz für Sie erstellt
Literatur
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