Die Q-REstrain-Therapie, früher als SOT (Supportive Oligonucleotide Therapy) bezeichnet, ist ein individuell auf den Patienten zugeschnittener Therapieansatz auf Basis der RNA-Interferenz-Technologie.
Ziel des Verfahrens ist es, spezifische RNA-Sequenzen zu adressieren, die für Wachstum oder Überleben bestimmter Krankheitserreger oder Tumorzellen relevant sind. Hierfür werden Oligonukleotide eingesetzt, die gezielt an entsprechende RNA-Sequenzen binden und dadurch die Proteinsynthese beeinflussen.
Wie funktioniert Q-REstrain?
Vereinfacht lässt sich das Prinzip mit einem Schlüssel-Schloss-Prinzip vergleichen: Der individuell hergestellte „Strain“ soll möglichst spezifisch zu einer zuvor bestimmten Ziel-RNA passen.
Dafür wird zunächst anhand einer Blutprobe untersucht, welches Ziel für die Behandlung infrage kommt. Auf Grundlage dieser Analyse wird anschließend ein personalisierter Strain hergestellt.
Es handelt sich damit nicht um eine standardisierte Infusion, die bei jedem Patienten identisch eingesetzt wird. Die Behandlung wird vielmehr auf Grundlage der jeweiligen Erkrankung und der zuvor durchgeführten Diagnostik individuell geplant.
Bei welchen Erkrankungen kommt Q-REstrain infrage?
Grundsätzlich kann Q-REstrain im Zusammenhang mit Tumorerkrankungen sowie ausgewählten viralen und bakteriellen Infektionen.
Zu den möglichen Bereichen gehören beispielsweise:
- Tumorerkrankungen
- Herpesviren, beispielsweise EBV, CMV oder VZV
- Hepatitisviren, beispielsweise HBV oder HCV
- Borrelien
- Bartonellen
- Babesien
- Anaplasmen
Welche Behandlung im individuellen Fall überhaupt infrage kommt, muss zuvor ärztlich geprüft werden. Nicht jede Erkrankung und nicht jede persönliche Situation eignet sich für das Verfahren. Im Bereich der Infektiologie stellt Q-REstrain jedoch für die oben genannten Erreger eine sehr gut verträgliche Alternative zu antiinfektiven Therapien dar.
Wie läuft eine Q-REstrain-Therapie ab?
Am Anfang steht die Diagnostik. Über eine Blutprobe wird zunächst nach dem jeweiligen Erreger bzw. bei Tumorerkrankungen nach entsprechenden Tumorzellen und möglichen Zielstrukturen gesucht.
Auf Basis dieser Untersuchung wird im spezialisierten Labor ein individuell auf das identifizierte Ziel abgestimmter Strain hergestellt.
Die anschließende Behandlung erfolgt intravenös in der Praxis. Danach erfolgt eine Überwachung. Eine Verlaufskontrolle wird nach einigen Monaten empfohlen, um die weitere Behandlung individuell beurteilen zu können.
Ist Q-REstrain für jeden Patienten geeignet?
Nein. Vor einer Behandlung müssen sowohl die medizinische Indikation als auch mögliche Ausschlusskriterien geprüft werden.
Deshalb steht vor jeder möglichen Therapie eine individuelle ärztliche Beurteilung.
Welche Nebenwirkungen sind möglich?
Wie bei medizinischen Behandlungen können auch bei Q-REstrain Nebenwirkungen auftreten.
Auftreten können unter anderem Kopfschmerzen, Übelkeit und allergische Reaktionen.
Bei hoher Tumorlast besteht das grundsätzliche Risiko eines Tumorlysesyndroms. Insgesamt wird die Anwendung der Q-REstrain jedoch sehr gut vertragen. Selten können eine vorübergehende Verschlechterung von Symptomen oder Gefäßreaktionen auftreten.
Mögliche Risiken, individuelle Voraussetzungen und alternative Behandlungsmöglichkeiten werden deshalb vor einer Therapie ärztlich besprochen.
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?
Bei Q-REstrain handelt es sich um eine individuelle Selbstzahlerleistung. Die Kosten für Diagnostik und Behandlung werden von gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen in der Regel nicht übernommen.
Vor einer Behandlung informieren wir Sie transparent über die voraussichtlich erforderlichen Untersuchungen und die entstehenden Kosten.
Q-REstrain in unserer Praxis
Wir betrachten Q-REstrain nicht isoliert, sondern als möglichen Bestandteil eines individuell abgestimmten diagnostischen und therapeutischen Konzepts.
Ob das Verfahren im konkreten Fall medizinisch infrage kommt, hängt von der Erkrankung, den bisherigen Befunden, vorausgegangenen Therapien und den persönlichen Voraussetzungen ab.
Eine ausführliche ärztliche Beratung und Diagnostik bilden deshalb immer die Grundlage für die Entscheidung über eine mögliche Behandlung.